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angenendt offertorium"Messopfer" – ein Wort mit Geschichte

Arnold Angenendt: Offertorium. Das mittelalterliche Meßopfer (LQF 101)

Aschendorff-Verlag, Münster 2013, 562. S., CHF 95.30

An dem Verständnis des Wortes „Opfer" zur Charakterisierung dessen, was in der Eucharistiefeier geschieht, entzünden sich nicht nur Diskussionen zwischen Kirchen und Konfessionen; auch unter katholischen Theologen gibt es diesbezüglich unterschiedliche Positionen und bei den „normalen" Gläubigen viel Unwissenheit und Unverständnis. Nun hat Arnold Angenendt, der wie kaum ein anderer 

die Kirchengeschichte kennt, in einem Buch minutiös dargelegt, wie sich Begriffe und Verständnis von der Feier im Sinne der neutestamentlichen Abendmahlsüberlieferung bis zum mittelalterlichen „Messopfer" und zu der darauf gründenden Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils entwickelt hat.

An dem Verständnis des Wortes „Opfer" zur Charakterisierung dessen, was in der Eucharistiefeier geschieht, entzünden sich nicht nur Diskussionen zwischen Kirchen und Konfessionen; auch unter katholischen Theologen gibt es diesbezüglich unterschiedliche Positionen und bei den „normalen" Gläubigen viel Unwissenheit und Unverständnis. Nun hat Arnold Angenendt, der wie kaum ein anderer die Kirchengeschichte kennt, in einem Buch minutiös dargelegt, wie sich Begriffe und Verständnis von der Feier im Sinne der neutestamentlichen Abendmahlsüberlieferung bis zum mittelalterlichen „Messopfer" und zu der darauf gründenden Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils entwickelt hat. Demnach ist zu Anfang das Hochgebet ein einfacher Dank an Gott, der die Gabe annimmt, wandelt und austeilt. Nach Ambrosius konsekriert der Priester die Gaben, indem er die Abendmahlsworte zitiert, und der Engel Gottes bringt sie auf dem „himmlischen Altar" dar. Erst im Mittelalter bringt der Priester Christi Leib und Blut dar als Opfer für das Volk, allein sein Handeln ist von Bedeutung. Entscheidend ist die Konsekration durch die Wandlungsworte und – der Vollständigkeit wegen – die Kommunion des Priesters. Folgen sind der Rückgang der Kommunion der Gläubigen und der Wegfall des Laienkelchs. Die Frömmigkeit konzentriert sich auf das Schauen der Hostie, ist aber zugleich von eine tiefen Innerlichkeit geprägt. Was Angenendt auf dem Hintergrund seiner Forschungen über die Reform durch das Zweite Vatikanische Konzil feststellt, wird noch zu vielen Diskussionen Anlass geben, denn nach seiner Ansicht wurden die mittelalterlichen Sonderentwicklungen einschließlich außerchristlichen Einflüssen wie der Gedanke der postkonsekratorischen Opferung bis heute nicht korrigiert – das zeigen die neuen Hochgebete. Eine Kommunionfrömmigkeit als höchste Form der Eucharistieverehrung, die sich also von der Feier her erklärt und nicht von der Gegenwart des Herrn im Tabernakel, hat sich bis heute nicht wirklich durchgesetzt. Das Buch birgt Sprengstoff für die Theologie wie für die Praxis. Und weil Angenendt in einer auch Laien verständlichen Sprache schreibt, ist es nicht nur Fachtheologen, sondern allen Interessierten zu empfehlen.

Eduard Nagel (13.11.2013)

 

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