CantionaleWarum jetzt Kantorenbildung angesagt ist

Die Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils zählt zu den grundlegenden Zeichen der Gegenwart Christi im Gottesdienst auch, „wenn die Gemeinde betet und singt" (SC 7). Nun ist selber Singen für nicht wenige heute eher Ausdruck „kultureller Verhaltensanomalie" geworden, es sei denn die Begeisterung für die Sache und motivierende Vorbilder „stimmen" - Ein Beitrag von Markus Eham

 

 

Ein guter Kantor / eine gute Kantorin könnten als inspirierende Sänger/in der Gemeinde eine wichtige Identifikations- und Motivationsfigur zum Singen für alle sein, damit die Versammlung als der primäre Klangkörper der Liturgie zum Schwingen kommt. Singen ist gut; denn es ermöglicht dir, ganz bei dir selbst zu sein und zugleich hin und weg zu sein, über dich hinauszugehen, Teil eines Größeren Ganzen zu werden; ein drittes Argument für den Kantorendienst: andere zu dieser beglückenden Erfahrung anstiften können.

Der Kantor / die Kantorin steht für das musikalische Uramt in der Liturgie. In jedem/r Kirchenmusiker/in steckt also eine kantorale Seele, d.h. eine dreifache Berufung zum Singen

  • vor der Gemeinde - in der biblischen Verkündigung beim Antwortpsalm,
  • mit der Gemeinde - bei den anderen Responsorialgesängen der Liturgie und
  • in der Gemeinde – als ihre motivierende und inspirierende Stimme.

Nicht nur in der Messfeier ist der Vorsängerdienst ein wichtiges, belebendes Element; auch in den anderen vielfältigen Formen von Wort- und Tagzeitenliturgie wird ihm eine musikalische Schlüsselrolle zukommen, insbesondere, wenn weder Organist/in oder Chor zur Verfügung stehen. So ist nun das Hohe Lied des Psalters und des Kantors für die Liturgie gesungen.

 

Warum jetzt Kantorenbildung angesagt ist (Markus Eham)