tauffenster pfarrei seewenDie Tauffeier anrührend gestalten

In manchen Gemeinden dauert die Feier einer Säuglingstaufe zwanzig Minuten, in anderen bis zu einer Stunde. Es ist keineswegs gesagt, dass die Kirchennahen und Kirchenfernen, die daran teilnehmen, mit der Sparversion glücklicher sind und sich davon mehr anrühren lassen als von der Vollversion. Denn der unterschiedliche Zeitaufwand hängt vor allem damit zusammen, dass die einzelnen Symbole, an denen die Tauffeier ja sehr reich ist, wirklich ausgestaltet werden.


Die folgenden Tipps gehen davon aus, dass schon beim Taufgespräch davon geredet wird, damit notwendige Vorbereitungen rechtzeitig getroffen werden und Absprachen erfolgen können:

      • Taufe durch Eintauchen oder Untertauchen als Möglichkeit anbieten: Bei dieser Form kommt die Symbolik des Wassers am stärksten zum Ausdruck; daran kann sich das Gespräch über das, was in der Taufe geschieht: das Ertränken der Sünde, die neue Geburt. Auch das notwendige Auskleiden des Kindes und sein Neu-Einkleiden mit dem weissen Taufkleid sind beeindruckende Zeichen. Wenn sich der vorhandene Taufstein dafür nicht eignet, ist als Notlösung die Verwendung einer entsprechend grossen Wanne – eventuell mit einem Tuch verkleidet und mit Blumen geschmückt – denkbar; in diesem Fall sollte auf jeden Fall eine Verbindung mit dem Taufstein hergestellt werden, z. B. indem das Glaubensbekenntnis unmittelbar beim Taufstein erfolgt und daneben getauft wird oder, wenn sich der Raum für die Taufe selbst nicht gut eignet, indem nach der Taufe selbst alle gemeinsam zum Taufstein ziehen, in dessen Nähe die Osterkerze aufgestellt ist, und dort das Licht für die Taufkerze holen, bevor, nach dem Effata-Ritus, der Zug weiter vor den Altar geht.
      • Die Eltern die Schriftstelle aussuchen lassen, die im Gottesdienst verkündet wird; evtl. auch im Blick auf einen „Taufspruch", der dem Kind besonders mit auf den Lebensweg gegeben wird.
      • Dienste aufteilen: Lektoren, Kantoren, Ministranten aus der Familie, Verwandtschaft, Nachbarschaft.
      • Die Eltern und/oder Paten die Fürbitten selbst formulieren lassen (anhand von Vorlagen oder unter Anleitung).
      • Familienangehörige oder Paten tragen, wenn sie dazu eingeladen werden, oft gerne auch einen eigenen – vielleicht sogar selbst formulierten oder gefundenen – Text an einer geeigneten Stelle vor (z.B. eines der Lieder KG 5-9, die als Gemeindegesang meistens nicht durchführbar sind, solistisch gesungen oder gesprochen).
      • Taufkerze selbst gestalten.
      • Eigenes Taufkleid mitbringen lassen.
      • Anwesende Kinder dürfen dem Täufling nach Priester/Diakon, Eltern und Paten auch das Kreuzzeichen machen.
      • Wenn keine Ministranten mitwirken: Kinder das hl. Öl, die Schale zum Auffangen des Wassers, das Handtuch, das weisse Kleid halten lassen.
      • Die eingeladenen Kinder ihre eigene Taufkerze mitbringen lassen; diese an der Kerze des neu getauften Kindes anzünden lassen und dann mit allen in Prozession durch die Kirche und zum Abschluss der Feier vor den Altar ziehen.
      • Taufwasser nach der Feier mit nach Hause geben als Weihwasser (evtl. zusammen mit einer Anleitung zum Umgang damit, evtl. auch mit einem Weihwassergefäss als Erinnerungsgeschenk).

Eduard Nagel (11.12.2013)