heiligewoche kirchspiel emsbuerenKinder in den grossen Gottesdiensten der Heiligen Woche

Die Feiern der Heiligen Woche bilden das Zentrum des Kirchenjahres. Ihr Gestalt ist von grosser Bedeutung für die Identität der Kirche und ihrer Mitglieder. Es wäre darum nicht gut, aus gut gemeinten pastoralen Gründen diese Feiern zu vereinfachen oder zu verändern, um sie „kindgerechter" zu machen. Im Gegenteil – Kinder wollen sein wie die „Grossen", sie ahmen im Alltag die „Grossen" nach, auch wenn sie den Sinn einer Handlung noch nicht (ganz) verstehen.

 

Beeindruckende Gottesdienste können – selbst wenn ihre lange Dauer nicht leicht zu ertragen war – prägende Erlebnisse für ein ganzes Leben sein.
Andererseits sollen Kinder gerade in dieser liturgisch dichten Zeit auch wirklich verstehen, mittun und mitfeiern. Um Beides in ein gesundes Verhältnis zueinander zu bringen, gibt es Möglichkeiten auf drei Ebenen:

 

In den zentralen Gottesdiensten der Heiligen Woche werden alle Möglichkeiten ausgeschöpft, Kinder (vor allem Erstkommunionkinder) aktiv in das Geschehen einzubeziehen:

      • Palmsonntag: Palmwedel basteln und schmücken; eine richtige Prozession von einem Platz ausserhalb der Kirche in die Kirche; bei der Passionslesung evtl. Verteilung einzelner Rollen (ausser Erzähler/in und Jesus) an grössere Kinder; die Rufe des Volkes durch alle Kinder gemeinsam wiederholen lassen;
      • Gründonnerstag - Abendmahlsmesse: bei der Fusswaschung Kinder aus der Nähe zusehen lassen, evtl. auch einem Kind die Füsse waschen; grössere Kinder zur Anbetungsstunde nach der Eucharistiefeier einladen; dort mit ihnen gemeinsam beten und singen; Einzelne vorbeten lassen; sie zu stillem Gebet anleiten;
      • Karfreitag: mit Kindern vorher die Kreuzverehrung erklären und üben: Kniebeuge, evtl. Kuss oder Berührung mit der Hand; evtl. Niederlegen von Blumen, die am Karsamstag für den Osterschmuck verwendet werden;
      • Karsamstag: Kinder einladen, beim Herrichten der Kirche zu helfen: Blumen mitbringen; notwendige Dinge aufstellen; Liedblätter verteilen; Holz für das Osterfeuer besorgen und aufschichten; mit brennenden Kerzen beim Exsultet den Ambo umstehen oder die Evangelienprozession begleiten und/oder beim Hochgebet neben dem Altar eine Ehrengarde bilden; beim Taufgedächtnis nach vorne kommen und sich mit dem Wasser bekreuzigen; die Erstkommunionkinder können zum Taufgedächtnis eigens nach vorne geholt werden (möglichst mit ihren Taufkerzen – soweit noch vorhanden –, die sie an der Osterkerze anzünden dürfen). Das alles bietet Gelegenheit, mit den Kindern über das zu sprechen, was in der Osternacht geschieht.

Eigene zusätzliche Gottesdienste, vor allem für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter, sind sinnvoll. Allerdings sollen sie nicht in Konkurrenz zu den Gemeindegottesdiensten treten: evtl. ein Wortgottesdienst mit verkürzter Passion parallel zum Wortgottesdienst der Gemeindemesse am Palmsonntag; Anbetung speziell mit Kindern am Gründonnerstagabend; Kreuzweg am Karfreitag; Heiliggrab-Wache am Karsamstag.

Herkömmliches Brauchtum erfährt heute eine neue Wertschätzung. Dazu gehören grosse, reich geschmückte Palmwedel am Palmsonntag; Ratschen oder Klappern am Karfreitag; Heiliges Grab.


Eduard Nagel (11.12.2013)