Praxis

Kirche sein mit aktiver Beteiligung

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Kirche sein mit aktiver Beteiligung

Ein Netz fürFreie Fürbitten erleichtern - drei Vorschläge

In Wortgottesdiensten mit Gruppen stellt sich zuweilen die Frage nach freien Fürbitten. Sie sind näher am Leben der Mitfeiernden, sie sind persönlich, konkret und aktuell. Das ist ihre Stärke. Doch Fürbitten frei zu sprechen, ist nicht immer einfach ...

1. Fürbitten mit Vornamen

Vorgehen:
Jemand aus der Gruppe (die Leiterin oder der Leiter) eröffnet die freien Fürbitten mit dem Hinweis, indem er/sie etwas zur Bedeutung unserer Namen vor Gott und für Gott sagt, und einlädt, im Gebet an eine Person zu denken, für die die/der Betreffende beten möchte. Wer mag, spricht nach der Eröffnung des freien Fürbittgebets den Vornamen (nur den Vornamen!) aus. Danach wiederholen alle diesen Vornamen oder es folgt ein Moment der Stille, bis wieder jemand einen Vornamen nennt.

Vorschlag für die Eröffnung des Gebets:
Unser Name ist in Gottes Hand geschrieben. Der Name von jedem von uns und von den Menschen, für die wir heute beten möchten. Mein Name – das bin ich, ich als Person. Wir beten für Menschen, indem wir Gott ihre Namen sagen. Das wollen wir auch jetzt tun. Ich lade euch ein, an die Menschen zu denken, für die ihr heute beten möchtet. Sprecht dann, wenn es für Euch richtig ist, den Vornamen – nur den Vornamen – dieses einen Menschen aus. (Wir alle wiederholen diesen Namen. Wir tragen diesen Menschen gemeinsam vor Gott.) Jeder und jede darf mit dem Namen einen Menschen Gott anvertrauen. Niemand muss. Manche von Euch möchten vielleicht noch einen weiteren Namen vor Gott tragen. Auch das ist gut.


2. Fürbitten mit Karten

Vorbereitung:
Karten (Postkartenformat) werden auf der einen Seite mit dem Wort FÜR beschriftet, auf der anderen ist ein Symbol zu sehen , z.B. Wasser, Baum, Brot, Haus, Brücke, Auto …; die verschiedenen Kontinente; Menschen aus unterschiedlichen sozialen und beruflichen Kontexten; Bilder mit emotionalen Botschaften. Die Symbole müssen dem Alter der Mitfeiernden entsprechen (Kinder, Jugendliche …), können auf den Anlass der Feier Bezug nehmen, aktuelle Fragen spiegeln etc.

Vorgehen:
Das Symbol ist verdeckt, die Seite mit dem Wort FÜR ist sichtbar. Jemand aus der Gruppe (die Leiterin oder der Leiter) eröffnet die freien Fürbitten mit dem Hinweis, dass wir im fürbittenden Gebet immer FÜR etwas oder jemanden bei Gott eintreten. Das ganze Leben, die ganze Welt können wir fürbittend vor Gott tragen. Die Feiernden werden eingeladen jeweils eine Karte zu nehmen, sie umzudrehen, das Symbol zu betrachten und ausgehend von diesem Symbol eine einfache Fürbitte zu sprechen.

3. Fürbittanliegen für einen bestimmten Zeitpunkt

Die Anliegen von Fürbitten beziehen sich oft auf etwas, das noch in der Zukunft liegt. Jemand aus der Gruppe (die Leiterin oder der Leiter) eröffnet das Gebet mit der Bitte, den vor den Feiernden liegenden Tag (wenn es noch Morgen ist) oder den nächsten Tag (wenn es Abend ist) oder auch die nächste Woche vor dem inneren Auge durchzugehen. Welche Situation an diesem Tag/dem nächsten Tag oder der nächsten Woche soll ins Gebet getragen werden? Das wird mit wenigen Worten ohne Schilderung der Umstände in die Stille hinein gesprochen, z.B. für ein schwieriges Gespräch, für eine Prüfung, für den Besuch einer kranken Freundin …; um Geduld mit einem komplizierten Kollegen, um die richtigen Worte für eine Nachbarin, die ihren Mann verloren hat … 

Diese Form setzt eine vertrauensvolle Atmosphäre voraus. Umso wichtiger ist, dass niemand etwas sagen muss. Es ist gut, wenn Formulierungen wie die genannten vorher als Möglichkeit angeboten werden.

Gunda Brüske, 10.2.2020

Liturgisches Institut
der deutschsprachigen Schweiz
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