Kurse

Kirche sein im Geben und Nehmen

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Kirche sein im Geben und Nehmen

zukunftswerkstatt thumbProjekt "Zukunftswerkstatt Liturgie" (2018-2021)

Ausgangspunkt

Viele Christinnen und Christen feiern die normalen sonntäglichen Gottesdienste nicht mehr mit. Das hat viele Gründe. Einer davon besteht darin, dass katholische Gottesdienste (nicht nur die Messe!) vielen nicht mehr verständlich sind. Ein anderer: Der Glaube, der im Gottesdienst Gestalt gewinnt und vom Gottesdienst in den Alltag übergeht, ist vielen nicht mehr plausibel. In der Zukunftswerkstatt arbeiteten Projektgruppen an einer neuen oder einer schon bestehenden Feier. Der Prozess wurde initiiert und begleitet durch Workshops aller Projektgruppen.

Konzept

Eine grundlegende Erschliessung von Gottesdiensten setzt im Kern eine grundsätzlich positive Haltung gegenüber der katholischen Liturgie und eine angemessene Feierkultur bei Vorstehenden, Mitwirkenden und Mitfeiernden voraus. Eine grundlegende Erschliessung von Gottesdienst, die Förderung der Feierkultur, die Vertiefung christlichen Lebens und der Aufbau von Kirche bedingen sich gegenseitig.

ProjektquadratDie mit dem Strukturziel intendierten Veränderungen werden erreicht, wenn diese vier Parameter sich gegenseitig stärken. Da die Erschliessung und die gefeierte Liturgie sich entsprechen müssen, wird das Projektziel durch lokale Initiativen erreicht. Der lokale Ansatz entspricht zugleich den pastoralen Gegebenheiten der Deutschschweiz.

Die "Zukunftswerkstatt Liturgie" richtet sich deshalb an Projektgruppen, die vor Ort den Sinn des Gottesdienstes erschliessen. Sie fragen nach der Qualität der Liturgie und verbessern sie im Rahmen ihres Projekts einer neuen oder einer bestehenden Feier. Projektgruppen bestehen aus 3-5 Personen, die an einem Ort zusammen an der Umsetzung arbeiten. Davon arbeitet mindestens eine Person hauptamtlich vor Ort. Die anderen Personen können weitere Mitarbeitende z.B. Kirchenmusizierende, KatechetInnen, Frauen und Männer in liturgischen Diensten oder andere engagierte Christinnen und Christen sein. Projektgruppen bringen die Bereitschaft zur kritischen Reflexion der Liturgie vor Ort mit. Sie erstreben eine möglichst breite und intensive Mitarbeit von Christinnen und Christen im eigenen Projekt.

Für die Wirksamkeit solcher Projekte ist die Vernetzung der Träger bedeutsam. Die «Zukunftswerkstatt Liturgie» fördert und vernetzt daher Gruppen, die auf lokaler Ebene Projekte zur Erschliessung der Liturgie im Rahmen einer Förderung der Feierkultur zur Vertiefung christlichen Lebens und dem Aufbau von Kirche entwickeln und durchführen.

Ziel

Die Zukunftswerkstatt arbeitet an einer vertieften Feierkultur (ars celebrandi), die Liturgie erschliesst (liturgische Bildung) und christliches Leben befruchtet. Dazu wird ein vor Ort bestehender Gottesdienst gestärkt oder eine neue Feier entwickelt.

Projektleitung

  • Gunda Brüske (Leitung)
  • Martin Conrad (Mitarbeit)

Das Liturgische Institut hat den Prozess initiiert, begleitet und das Bewusstsein für Qualitätsstandards und theologische Grundlagen der Liturgie gestärkt.

Massnahmen

  • 1. Zukunftswerkstatt Liturgie am 22. September 2018 in Einsiedeln als eintägiger Workshop (siehe unten)
  • Telefonate der Projektleitung nach einem halben Jahr zwecks Information, allenfalls Unterstützung und weiteren Stärkung der Motivation.
  • 2. Zukunftswerkstatt Liturgie am 14. September 2019 in Zürich als eintätiger Workshop mit einer Einstiegsmöglichkeit für neue Projektgruppen (siehe unten)
  • 3. Zukunftswerkstatt Liturgie 29. August 2020: fiel aus (einige Gruppen konnten ihre Projekte in der Coronazeit nicht realisieren u.a.)

Die Zukunftswerkstatt Liturgie wurde danach nicht wie ursprünglich geplant bis 2021 weitergeführt. Einerseits hatte die Coronazeit gewissermassen zu einem natürlichen Ende geführt, andererseitsw war bereits ein Anschlussprojekt, die "Werkstatt für Wandlung", in Planung. Alle Teilnehmende wurden dazu eingeladen. Zwei Projektgruppen aus der Zukunftswerkstatt Liturgie haben sich dafür angemeldet.

Erkenntnisse

  • Ein World Café als Einstieg ist ein geeignetes Format, um Kreativität zu wecken und damit ein neues Projekt anzustossen.
  • Das oben vorgestellte Konzept zu erfassen und umzusetzen, braucht mehr gemeinsame Kurszeit, als vorgesehen war und auch als diesen Teilnehmenden möglich war. Für das Anschlussprojekt "Werkstatt für Wandlung" wird deshalb bereits bei der Ausschreibung ein mehrtägiges Konzept gewählt.
  • Das Interesse an Vernetzung zwischen den Projektgruppen war gering. Die vorgeschlagenen Möglichkeiten über Social Media fanden keine Resonanz. Für die intendierte gegenseitige Unterstützung und das "Feiern von Erfolgen" müssen andere Gefässe gefunden werden. Beim Anschlussprojekt könnte das z.B. ein Stammtisch als Videokonferenz sein.
  • Personelle Veränderungen, die in einzelnen Projektgruppen erfolgten, beeinträchtigten die Durchführung der geplanten Feiern nicht. Vielmehr stiegen erfreulicherweise neue Personen in diesen Gruppen ein. Das spricht für eine starke Identifikation mit dem lokalen Projekt.
  • Die Gruppen haben den projektierten Gottesdienst mit PR-Massnahmen begleitet. Aufwand und Anzahl von Mitfeiernden entsprach sich nicht immer. Die Gründe waren unterschiedlich (z.B.: der Zeitpunkt passte nicht für die Adressatengruppe).

Dokumentation der erfolgten Schritte

2. Zukunftswerkstatt Liturgie in Zürich am 14.9.2019

2. Zukunftswerkstatt webMit einem eintägigen Workshop wurde der Prozess vom Vorjahr fortgeführt. An der 2. Zukunftswerkstatt nahmen vier Projektgruppen vom Vorjahr teil und präsentierten ihre Projekte. Diese Gruppen konnten den geplanten Gottesdienst einmalig oder mehrmalig durchführen - je nach Konzept des Projekts. Eindrücklich war, wie viele Menschen über die Projektgruppe selber einbezogen wurden. Trotz intensiver Werbung kamen nicht in allen Fällen so viele Christinnen und Christen, wie die Projektgruppe sich gewünscht hatte. Die Rückmeldungen von Mitfeiernden waren erfreulich, so dass die Gruppen ihr Projekt weiterführen werden. - Drei Gruppen hatten sich entschuldigt, eine Gruppe ist ausgestiegen. Dafür ist eine Gruppe neu dazugekommen. Eine weitere neue Gruppe konnte aus Termingründen noch nicht einsteigen.
Am Vormittag gab Prof. Dr. Ralph Kunz (Zürich) Impulse zum Thema "Gottesdienst feiern - Kirche verändern. Baupläne für eine liturgische Ekklesiologie". Die Intention der Zukunftswerkstatt Liturgie, wie sie das Projektquadrat darstellt (Grafik oben), konnte damit vertieft werden. Am Nachmittag reflektierten die bisherigen Gruppen die bisherigen Erfahrungen anhand von drei Fragen: Welche Rückmeldungen habt ihr bekommen und mit welchen wollt ihr weiterarbeiten? Was sind die Stolpersteinen bei unseren Projekten? Was sind unsere nächsten konkreten Schritte? Die neue Gruppe arbeitete parallel an ihrer Projektidee. Die Teilnehmenden wünschen sich einen weiteren Workshop mit Impulsreferat und Reflexion im folgenden Jahr.

1. Einsiedler Zukunftswerkstatt Liturgie am 22.9.2018

Mit einem eintägigen Workshop starteten 8 Projektgruppen mit insgesamt 35 Frauen und Männer. Die Projektgruppen kommen aus unterschiedlichen Schweizer Bistümern, eine auch aus Vorarlberg. Projektideen konnten mitgebracht werden, mussten jedoch nicht. Ziel des ersten Workshops war die Erarbeitung einer Projektskizze durch jede Gruppe. Dieses Ziel wurde - zur Überraschung einiger Projektgruppen - tatsächlich innerhalb eines Tages erreicht.

Ablauf des Workshops:

  • kurze Vorstelltung des Konzepts der Zukunftswerkstatt Liturgie
  • geistlicher Impuls von P. Martin Werlen OSB "Gott suchen, den es nicht gibt"
  • World Café
  • Arbeit der Projektgruppen an ihrem Projekt
  • gegenseitige Vorstellung der Projekte mit Rückmeldungen und Ermutigung zur Umsetzung
  • Vorschläge zur Vernetzung
  • kurze Feier mit Segen und Sendung

Impressionen

 

Liturgisches Institut
der deutschsprachigen Schweiz
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