Sehr empfehlenswert (z.B. zu den Themen Sicherheit, Entstellungen für Musik, Einblenden von Powerpointfolien):
Tipps für Zoom-Gottesdienste von Carsten Haeske

1. Technische Voraussetzungen

Der Host braucht ein Programm für Videokonferenzen (Zoom, Teams …).
Alle brauchen:

  • PC, Laptop oder Tablet mit Webcam, ggf. Headset, Mikrofon
  • einen leistungsfähigen Internetanschluss

Arbeitshilfe Kirche sein mit neuen Medien: gute Übersicht über Programme, Möglichkeiten, Grenzen (Bistum Hildesheim)

2. Personelle Voraussetzungen

Eine Rollenteilung ist aufgrund der technischen Voraussetzungen dringend zu empfehlen:

  • Leitung der Feier
  • Technische Assistenz (hilft Teilnehmenden ins Meeting zu kommen, blendet Texte, Bilder etc. ein, begleitet bei technischen Problemen während des Meetings, achtet auf den Chat)
  • Gesang – es braucht keinen Profi, aber jemanden, der/die sicher Lieder vorsingen kann. Andernfalls müssten Audiodateien aus dem Internet eingespielt werden.
  • Anzahl der Mitfeiernden: prinzipiell ab 2 Personen bis zu Maximum dessen, was die Technik erlaubt; empfohlen: 6-14 Personen

3. Haltung

Für alle Mitfeiernden ist entscheidend, wie sie in die Feier gehen:

  • Bin ich bereit, in meinem häuslichen Umfeld zu feiern und damit Einblick in meine persönliche Lebenswelt zu geben? Also: Teilnahme nur mit Bild.
  • Bin ich bereit Vertraulichkeit zu wahren, d.h. auf Fotos, Screenshots zu verzichten und Personen, die allenfalls noch im Raum sind, vor den Bildschirm zu bitten oder aus dem Zimmer zu schicken
  • Möchte ich wirklich feiern, beten, Gott in seinem Wort begegnen …? Kann ich mich geistlich darauf einlassen?
  • Kann ich darauf vertrauen, dass Gott/Jesus auch im digitalen Feiern gegenwärtig ist?
  • Ist es mir wichtig gemeinschaftlich mit diesen anderen Menschen zu feiern
  • Bin ich grundsätzlich bereit, mich zu beteiligen? Das muss nicht von Anfang an so sein und es kann auch in ganz einfacher Weise sein.

4. Hinweise vor Beginn

Ansagen:

  • Wer hilft bei technischen Problemen?
  • Verzicht auf Natel, Mailprogramme etc. während der Feier
  • Stummschalten des Mikrofons beim Singen und immer, wenn eine Person spricht; nach Vereinbarung unter den Mitfeiernden auch bei Elementen, die man gemeinsam sprechen könnte, wenn eine gewisse akustische Toleranz bei Ungleichzeitigkeit besteht (z.B. beim Vaterunser)
  • Frage danach, wer was übernimmt (oder nach Absprache schon zugesagt hat).
  • Einblenden von Liedern oder Bereithalten von Liedzettel oder Liederbuch
  • Klar den Beginn benennen, z.B. "Wir alle zünden jetzt unsere Kerze an. Nach einem Augenblick der Stille beginnt unsere Feier."

5. Form und Ablauf der Feier

Abgesehen von der Eucharistiefeier (und Sakramenten) sind grundsätzlich alle gottesdienstlichen Formen möglich.

Ablauf:

  • Bewusst beginnen, z.B. alle zünden ihre Kerze an, sammeln sich in einem Moment der Stille und beginnen dann „Im Namen des Vaters …“
  • Gleichbleibender einfacher Ablauf: Eröffnungsteil – Wortverkündigung – Abschluss, z.B. Einfacher Wortgottesdienst mit Tagesrückblick und Bibelteilen
  • gleichbleibende Elemente wie z.B. das Vaterunser
  • innerhalb des Gleichbleibenden Abwechslung z.B. bei Gebeten, unterschiedlichen Formen der Wortverkündigung, Form der Fürbitten
  • gemeinsamer Abschluss, z.B. mit einem Segensgebet (der Text kann wechseln)
  • klares Ende, z.B. nach dem Segensgebet einen Moment der Stille lassen, dann ansagen: „Ihr dürft jetzt Eure Kerzen löschen.“
  • gemeinsame Zeichenhandlungen: Kreuzzeichen, Entzünden Kerze, Weihrauch einlegen, ggf. Segenshandeln

Ideenbörse Online-Gottesdiensten (Michaeliskloster Hildesheim)

6. Was hilft?

Allgemein:

  • Verwendung von Liedern, die vielen bekannt sind. Auch: Wiederholen von Liedern, die die Mitfeiernden gerne singen.
  • Wiederholung! Man muss sich 1. an das Feiern im persönlichen Lebensbereich gewöhnen, 2. an die digitale Form, 3. ggf. an Menschen, die man noch nicht kennt.
  • Die Zeit berücksichtigen: Tageszeit (z.B. Abend), die Zeit in der Woche (z.B. Freitagabend, Sonntagabend), ggf. Kirchenjahr
  • Wöchentlicher Rhythmus (alle vier Wochen führt dazu, dass jemand, der terminlich nicht dabei sein kann, zwei Monate nicht mitfeiern kann; alle zwei Wochen erfordert eine sehr klare Terminplanung; wöchentlich: eindeutig; wer nicht dabei sein kann, bleibt doch dabei).

Vorher:

  • Vorbereitung des Ortes im eigenen Lebensraum durch Kerze, Bilder (Ikone), Blumen oder anders.
  • Ein vorher zur Verfügung gestellter Ablauf und Youtube-Videos zum Üben von Liedern für alle, die das möchten.
  • Freier Austausch zwischen den Mitfeiernden vor Beginn der Feier

Während der Feier:

  • Klare, gelassene und flexible Leitung der Feier, d.h. Hinweise, wenn ein Mikrofon noch stumm geschaltet ist, Namen nennen für Elemente, die jemand übernimmt („Name, ich bitte Dich uns zu segnen“).
  • Sich sehen beim Feiern am Bildschirm schafft visuell Gemeinschaft.

Nach der Feier

  • Austausch über die Feier (ohne Wertungen über Personen)
  • Persönliche Gespräche
  • Verabredungen für die nächste Feier
Tipps für digitale Hausgottesdienste (GB, Stand 1.12.2020)

Gunda Brüske
aktualisiert 29.12.2021

 

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